Aufrufe I Stellungnahmen I Studien

Nicht erst seit Corona ist klar, dass es beim Thema Gleichstellung noch einige Baustellen gibt. Doch unter dem Corona-Brennglas wird deutlich, wie groß die Schieflage wirklich ist. Die letzten Monate haben gezeigt, wie es um die Gleichstellung steht, wenn soziale und öffentliche Infrastrukturen wegfallen. Das ist beängstigend. Während der Krise werden Frauen unfreiwillig in alte Rollenmuster gedrückt und gebeten Home-Office, Home-Schooling und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Gleichzeitig wird die sichtbare Last der Krise hauptsächlich von Frauen getragen, denn die sogenannten systemrelevanten Berufe werden insbesondere von Frauen ausgeübt.

Während die Frauen in der Versorgung und Pflege verschwinden, regiert in der Öffentlichkeit die Männerwelt. Das wurde inzwischen auch durch eine Studie der MaLisa-Stiftung (Wer wird in Krisenzeiten gefragt?) und der Corona-Stellungnahme der Leopoldina deutlich.

Die aktuellen Entwicklungen geben Grund zur Sorge, Corona könnte die gleichstellungs- und frauenpolitischen Probleme langfristig verstärken und die Grundlage für einen Backlash bereitet. Oder wie Petra Lüschow, Mitglied bei Pro Quote Film, es in ihrem Blogbeitrag beschreibt: „Wir müssen aufpassen sonst sind wir ratfatz wieder weg vom Fenster.“

Zum Glück passen viele Frauen auf! In den letzten Wochen erreichten uns Stellungnahmen, in denen Frauen aufrufen jetzt nicht die Füße still zu halten, sondern aktiv zu werden.

Wir haben eine Übersicht* dieser Texte/Aufrufe erstellt.
Diese wird fortgeschrieben. Sollte Ihnen ein Text fehlen, schicken Sie uns ihn gerne zu!

*Wir verlinken hier Texte, die sich unmittelbar auf die Folgen der Krise beziehen und solche, die in den letzten Wochen veröffentlicht wurden.


AUFRUFE UND PETITIONEN

CORONA: WANN, WENN NICHT JETZT–
BESSERE BEZAHLUNG UND BESSERE BEDINGUNGEN FÜR FRAUEN
April 2020

Der bundesweite Aufruf an die Bundesregierung und Arbeitgeber von über 20 bundesweit tätigen Vereinen, Organisationen und Gewerkschaften.

Hier Unterschreiben und anschließend teilen!

Den gesamten Aufruf können Sie hier nachlesen: AUFRUF: WANN, WENN NICHT JETZT!

ES REICHT! CORONA UND DIE FOLGEN ZEIGEN: WENN DIE FILMWELT WIEDER ANLÄUFT, DANN NUR MIT QUOTE. -Aufruf von Pro Quote Film
Mai 2020

Massive Probleme mit Gleichstellung und Diversität in der Medienbranche verstärken insbesondere die prekäre Lage von filmschaffenden Frauen. Der Lockdown und der begleitende Drehstopp haben sichtbar gemacht, wie schief die Schieflage ist und wie resistent gegen Innovation die Filmbranche. Corona hat einen Backlash eingeleitet, der nur verhindert werden kann, wenn die Verantwortlichen jetzt Maßnahmen ergreifen.

Hier können Sie die Forderungen nachlesen.
Hier Unterschreiben und anschließend teilen!

ERFOLGREICHE PETITION: CORONA-NOTBETREUUNG FÜR ALLEINERZIEHENDE
Vom 19. März 2020

Wegen fehlender Kinderbetreuung nicht arbeiten zu können, ist für Alleinerziehende existenzbedrohend. Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e.V. (VAMV) hat deshalb in der Petition „Kinderbetreuung und Coronakrise – Politik muss Lösungen für Alleinerziehende anbieten!“ das Öffnen der Notbetreuung für Alleinerziehende gefordert.Die

Petition können Sie hier nachlesen:
Erfolgreiche Petition: Corona-Notbetreuung für Alleinerziehende 

#STATTBLUMEN KAMPAGNE: WIR WOLLEN KEINE BLUMEN.
WIR WOLLEN GLEICHE RECHTE.
Vom 18. Mai 2020

Obwohl wir schon lange für Gleichberechtigung kämpfen, haben wir sie immer noch nicht erreicht. Corona zeigt uns: Wir bewegen uns sogar rückwärts.
Deswegen: statt Blumen für mehr Gleichberechtigung

Mehr zu dem Appel können Sie hier nachlesen:
Hier Unterschreiben.

Einen Artikel zu der Kampagne finden Sie hier.

 


STELLUNGNAHMEN und OFFENE BRIEFE

KOMMENTAR ZUR AD‐HOC‐STELLUNGNAHME DER LEOPOLDINA
vom 13.04.2020

43 Wissenschaftlerinnen haben ein Kommentar zur Ad‐Hoc‐Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina verfasst.

Den Kommentar der Wissenschaftlerinnen finden Sie unter diesem Link:
Kommentar zur Ad‐Hoc‐Stellungnahme der Leopoldina

OFFENER BRIEF AN DIE SENBJF – NOTBETREUUNG FÜR OFFENER BRIEF AN DIE SENBJF – NOTBETREUUNG FÜR ALLEINERZIEHENDE IM WECHSELMODELL
vom 26. Mai 2020

Ein offener Brief des landesweiten Bündnisses für Alleinerziehende an die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Den Brief sowie aktuelle Information zum Schreiben finden Sie hier:
Offener Brief an die SenBJF – Notbetreuung für AE im Wechselmodell

STELLUNGNAHME: HOMEOFFICE UND FAMILIÄRE BETREUUNGSVERPFLICHTUNGEN IN ZEITEN DER COVID-19-PANDEMIE
April 2020

Stellungnahme der  Frauenverbände Berlins (Landesfrauenrat Berlin e.V., Landeskonferenz der Frauenbeauftragten der Berliner Hochschulen, Universitätsklinika des Landes Berlin (LaKoF), die Überparteiliche Fraueninitiative (ÜPFI) , die Landesarbeitsgemeinschaft der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Bezirke Berlin).

Die Stellungnahme sowie mehr Information finden Sie hier:
Stellungnahme Homeoffice und familiäre Betreuungsverpflichtungen 2020

STELLUNGNAHME: KEIN ZURÜCK ZUM „HEIMCHEN AM HERD“
vom 15. Mai 2020

Eine Stellungnahme des Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)

Die Corona-Krise als Belastung für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Wenn Kitas und Schulen geschlossen sind, kümmern sich meistens die Frauen um die Kinder oder zu pflegende Angehörige. Die Politik muss jetzt dringend gegensteuern, damit sich alte Rollenmuster nicht wieder verfestigen.

Die Stellungnahme sowie mehr Information finden Sie hier:
Stellungnahme: Kein Zurück zum „Heimchen am Herd“


STUDIEN

HÄUSLICHE GEWALT WÄHREND DER CORONA-PANDEMIE: ERSTE GROSSE STUDIE ZU ERFAHRUNGEN VON FRAUEN UND KINDERN IN DEUTSCHLAND
Vom 02.06.2020

Studie der Technischen Universität München

    • Rund 3 Prozent der Frauen in Deutschland wurden zu Hause Opfer körperlicher Gewalt
    • 3,6 Prozent wurden von ihrem Partner vergewaltigt
    • In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft.
    • Waren die Frauen in Quarantäne oder hatten die Familien finanzielle Sorgen, lagen die Zahlen deutlich höher.
    • Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Frauen nutzte Hilfsangebote.

Mehr Information finden Sie hier: Häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie

Deutschland hat derzeit 42.1 Einwohnerinnen, 3.6 Prozent davon sind 1.515 600 Frauen. Es wurden im Monat April allein in Deutschland also mehr Frauen vergewaltigt, als die drittgrößte deutsche Stadt München Einwohner*innen hat.

SOZIO-ÖKONOMISCHE FAKTOREN UND FOLGEN DER VERBREITUNG DES CORONAVIRUS IN DEUTSCHLAND
Juni 2020

Studie der SOEP-CoV

Wie verändert die Coronakrise schon jetzt unseren Alltag? Und wie wird sich die Pandemie auf Dauer auf den Einzelnen und die Gesellschaft auswirken? Diesen Fragen gehen die Forschenden in der Studie „Sozio-ökonomische Faktoren und Folgen der Verbreitung des Coronavirus in Deutschland“ (SOEP-CoV) nach.

Die Ergebnissen der Studie finden Sie hier:
SOEP-CoV

Ein Artikel der ZEIT zur Studie  finden Sie hier:
Von wegen Rolle rückwärts

 

 

WER WIRD GEFRAGT? GESCHLECHTERVERTEILUNG IN DER CORONA-BERICHTERSTATTUNG
Mai 2020

Studie MaLisa-Stiftung

Zwei aktuelle Studien der MaLisa Stiftung haben die Geschlechtergerechtigkeit in der Berichterstattung im Fernsehen und in den Online-Auftritten von Printmedien untersucht. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen: wie oft kommen Frauen und Männer insgesamt zu Wort? Wie häufig und zu welchen Themen sind sie als Expert*innen gefragt?

Mehr zu den Ergebnissen der Studie finden Sie unter diesem Link:
Wer wird gefragt? Geschlechterverteilung in der Corona-Berichterstattung

GENDERVERTEILUNG IN DEN FÄCHERN KOMPOSITION, MUSIKTHEORIE ETC

Eine Bundesweite Statistik der Bukof

Im Mai 2019 hat die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen e.V. (bukof)  basierend auf einer Recherche eine bundesweite Statistik zum Anteil von Lehrenden in den Fächern Komposition und Musiktheorie erstellt.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie die Studie finden Sie hier:
Statistik der BuKof