Thema unserer Veranstaltung im Februar 2020.

There is no thing as a single-issue struggle because we do not live single-issue lives.

Audre Lorde

 

Am 17. Februar luden wir ein unser Jahresthema 2020, Frauensolidarität, mit einer Debatte um zeitgemäßen Feminismus, Diversity und Intersektionalität zu beginnen.

Mit der Juristin Armaghan Naghipour haben wir für den Abend eine kompetente Referentin gewinnen können. Sie ist stellvertretende Vorsitzende von DeutschPlus e.V. Mit ihren Vortag bot sie uns und den Besucher*innen, einen spannenden und zeitgemäßen Einstieg in das Thema.

Ihre Präsentation zur Veranstaltung können Sie hier einsehen:
Diversity vs Feminismus_LFR Berlin

(v.l.n.) Christine Rabe, Armaghan Naghipour, Uta Staude

Intersektionalität- was ist das eigentlich?

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Intersektionalität?

Zur Erklärung nutze Frau Naghipour ein Beispiel aus dem Essay „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex“ der afroamerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw, aus dem Jahr 1989:

„Aus allen vier Richtungen kommt Verkehr.  Er kann mal in die eine Richtung fließen, mal in die andere. Geschieht ein Unfall, kann ein Verkehrsteilnehmer dafür verantwortlich sein oder mehrere, die aus verschiedenen Richtungen kamen. Genauso sei es mit der Diskriminierung einer Schwarzen Frau.  Sie kann sexistisch als Frau diskriminiert werden, rassistisch als Schwarze oder gleichzeitig als Schwarze und als Frau.“

Mit dieser simplen Analogie entstand Intersektionalität. Seither eine der zentralen analytischen Kategorien in der Critical Race Theory und in den Gender Studies.

Schon 1851 stellte die Abolitionistin und Feministin Sojourner Truth die prominente Frage: „ Ain‘t I a woman?“, mit der sie darauf abzielte, dass ihr als Schwarze Frau kein Wahlrecht zustehe, auch wenn das Frauenwahlrecht offiziell eingeführt würde.