Frauen gegen Armut. Armut unter Frauen.

Berlin ist die Hauptstadt der Armut: Die Wirtschaft wächst, die Armut auch. Dabei tragen Frauen ein erhöhtes Armutsrisiko. Der LandesFrauenRat Berlin will im Kalenderjahr 2016 möglichst viele der Bereiche erfassen, in denen Frauen vermehrt oder anders von Armut betroffen sind als Männer, und sich mit den Gründen für Frauenarmut in Berlin auseinandersetzen. Dabei sollen zwei Phänomene besonders beleuchtet werden, die in einem engen Zusammenhang mit Frauenarmut stehen: Gewalt gegen Frauen und der Zugang zu bezahlbarem Wohnraum/Wohnungslosigkeit.
Der LandesFrauenRat möchte 2016 den Blick aber auch auf Frauen richten, die sich gegen Armut einsetzen und deren Strategien beleuchten. Zu den Frauen, die sich gegen Armut engagieren, gehören etwa Frauen, die sich für eine bessere Situation von Wohnungslosen einsetzen, bei der Gewaltschutzambulanz tätig sind oder sich für geflüchtete Frauen engagieren.

Wahlprüfsteine des LFR – Frauen, informiert euch und geht wählen!

Was tun gegen die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in Berlin? Wie der Verdrängung von Kitas aufgrund steigender Mieten begegnen? Und wie kann die Integration von geflüchteten Frauen auf dem Berliner Arbeitsmarkt gelingen? Diese und weitere Fragen stellte der LandesFrauenRat den Parteien CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, den Piraten und der FDP. Die Wahlprüfsteine des LFR Berlin widmen sich dabei – unserem Jahresthema entsprechend – der schlechteren ökonomischen Situation von Frauen in Berlin.

Charité für geflüchtete Frauen: Women for Women

Am 1. Dezember 2015 startete auf Initiative des Landesfrauenrats Berlin und der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Charité das Pilot-Projekt für geflüchtete Frauen in Berliner Gemeinschaftsunterkünften. Es wird gefördert von der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Wissenschaft und im Jahr 2016 fortgesetzt.

DIE LÜCKEN IM LEBEN VON FRAUEN SCHLIEßEN! Wahlprüfsteine zur Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2016

Beim Vergleich von weiblichen und männlichen Biographien wird sehr schnell deutlich: Es gibt unverhältnismäßig viele Lücken, die Frauen überbrücken müssen. Frauen verfügen über weniger Eigentum als Männer, ihr Einkommen ist geringer, sie haben eine kleinere Rente, sie müssen viel unbezahlte Sorgearbeit leisten, aber haben seltener Zugang zu Vollzeitstellen und sind seltener in Unternehmensführungen vertreten. Einzeln und in der Summe führen diese Lücken zu einem Wohlstandsgefälle zwischen den Geschlechtern und – auch bei vielen Frauen in Berlin – zu Prekariat und Armut.

Vortrag von Jenny De la Torre: „Wir gehören einfach zusammen“

„In Deutschland muss keiner auf der Straße leben, warum geht der nicht zum Amt!“ Solche Sätze mögen uns manchmal durch den Kopf schießen, wenn wir in der S-Bahn, in der Unterführung oder in der Einfahrt zu Tiefgaragen auf Obdachlose treffen. Dass es so einfach nicht ist, wird den Delegierten beim Vortrag der Ärztin Jenny De la Torre beim Plenum des LFR am 20. Juni schnell klar. Sie erzählt von Patienten, die oft seit Jahren keinen Ausweis mehr haben, den sie aber bräuchten, um ihre Rechte einzufordern und Leistungen zu beziehen.

Start-ups in Berlin: Große Lohnlücke zwischen den Geschlechtern

Berlin gilt deutschlandweit als die Metropole für Gründerinnen und Gründer. Alle 20 Stunden wird hier ein neues Start-Up gegründet. Eine neue Studie weist nun jedoch nach, dass sich in dieser lebendigen und dynamischen Szene altbekannte Muster von Geschlechterungerechtigkeit wiederholen. Frauen verdienen in einer Vollzeitstelle in der Berliner Start-up Szene rund 25% weniger als Männer: Sie erhalten im Durchschnitt 2500 €, ihre männlichen Kollegen 3.333 €. Der Gender-Pay-Gap in dieser Branche liegt damit über dem deutschlandweiten Durchschnitt.

Bezahlbares Wohnen aus der Perspektive von Frauen in Berlin

Wer heute in Berlin die eigene Wohnung auf der Suche nach neuen MieterInnen ausschreibt, kann sich vor Anfragen kaum retten. Berlin wächst, der Leerstand ist inzwischen aufgebraucht und angesichts der großen Nachfrage nach Wohnraum steigen die Mieten seit Jahren erheblich. In Debatten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass ärmere Bevölkerungsschichten durch reichere verdrängt werden und verschiedene Berliner Kieze sich dadurch stark verändern.

Subscribe to RSS - Frauen gegen Armut. Armut unter Frauen.