Internationaler Mädchentag am 11. Oktober

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat den 11. Oktober zum "International Day of the Girl Child" bestimmt. Im Dezember 2011 hat sie eine entsprechende Resolution angenommen. Mit diesem Aktionstag soll weltweit auf die spezifischen Probleme von Mädchen aufmerksam gemacht werden. Auch der Bundestag hatte erst vor kurzem für den Welt-Mädchentag geworben und die Bundesregierung fraktionsübergreifend aufgefordert, sich bei den Vereinten Nationen für diesen Internationalen Tag zu engagieren.

"Der Weltmädchentag wird weltweit darauf aufmerksam machen, dass Mädchen aufgrund ihrer besonderen Lebenssituationen häufig ignoriert oder verletzt werden oder Gewalt ausgesetzt sind. Weder am Internationalen Frauentag noch am Weltkindertag wurde bislang auf die besondere Situation der Mädchen aufmerksam gemacht", begrüßte Karin Roth, die zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion, den UN-Beschluss. "Die Hälfte der Weltbevölkerung sind Mädchen und Frauen. Sie spielen in ihren Gesellschaften - insbesondere in Entwicklungsländern - eine zentrale und unverzichtbare Rolle, leisten einen erheblichen, meist unbezahlten, Beitrag zum Bruttosozialprodukt und sind die treibende Kraft für ihre Familien und Gemeinden. Oft erfahren sie aber Benachteiligung, Ausbeutung, Gewalt und Ausgrenzung", betonte sie. "Vor allem Mädchen sind beispielsweise im Bildungs- und Gesundheitsbereich benachteiligt. Am Weltmädchentag soll auf die besondere Situation von Mädchen hingewiesen werden und vor allem hingeschaut werden. Nur dann kann sich mit viel Engagement ihre Situation verbessern", so Roth weiter.

"Frauen und Männer müssen sich weltweit auf Augenhöhe begegnen können. Der Grundstein dafür wird bereits im Kindesalter gelegt. Wir brauchen starke Mädchen, die in Würde aufwachsen", erklärten die Grünen-Politiker Uwe Kekeritz, Sprecher für Gesundheit in Entwicklungsländern, und Monika Lazar, Sprecherin für Frauenpolitik anlässlich des UN-Beschlusses.

Die Initiative für diesen Tag geht auf das Kinderhilfswerk Plan International zurück, das vor mehr als acht Jahren die Kampagne "Because I am a Girl" ausgerufen hatte. Die frühere Geschäftsführerin von Plan Deutschland, Marianne M. Raven, reiste 1998 mit Senta Berger nach Nepal – die Eindrücke dieser Tour waren der Anlass für die Kampagne, für die Senta Berger auch bis jetzt geworben hat. Anfang 2011 wurde die Forderung des Kinderhilfswerks im Parlamentarischen Beirat für Bevölkerung und Entwicklung des Bundestages unterstützt. Auf Initiative der SPD-Politikerin Karin Roth wurde dann dazu fraktionsübergreifend der Antrag erarbeitet, den der Bundestag am 21. September 2011 einstimmig beschlossen hat und der die Bundesregierung aufforderte, sich bei den Vereinten Nationen für einen UN-Mädchentag einzusetzen. Australien, Mitglieder des Europäischen Parlaments und die Regierung von El Salvador schlossen sich an. Am 19. Dezember 2011 war es dann soweit. Die Vereinten Nationen stimmten für den Welt-Mädchentag.

Internet-Infos (in englischer Sprache): http://www.un.org/News/Press/docs/2011/gashc4032.doc.htm