In den Chefetagen von Großbetrieben haben Frauen immer noch
Seltenheitswert. Daran hat sich auch trotz der Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der
Privatwirtschaft zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft bisher nicht viel geändert. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten IAB-Betriebspanel von 2008 hervor, das zum zweiten Mal nach 2004 Informationen über die Anteile von Frauen und Männern in Führungspositionen liefert. Die Ergebnisse sind einmal mehr ernüchternd: So werden über 70 Prozent der Betriebe von Männern geleitet, auf der höchsten Leitungsebene ist nur jede vierte Führungskraft eine Frau. In Klein- und Mittelbetrieben sowie auf der zweiten Leitungsebene sind „Führungsfrauen“ häufiger zu finden. Allerdings sind sie nie so vertreten, wie es ihrem Anteil an den Beschäftigten entsprechen würde. Damit spiegelt sich die hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen nach wie vor nicht in einer Gleichverteilung der Geschlechter in den Chefetagen wider. Laut IAB trifft dies sowohl auf die Leitungsebene in der Privatwirtschaft als auch die Zusammensetzung von Aufsichtsräten
und Vorstandspositionen zu.
Informationen zum IAB-Betriebspanel sind hier zu finden:
http://doku.iab.de/kurzber/2010/kb0610.pdf